Trainerfortbildung mit Berni Zambail Natural Horsemanship

1.-2.10.2020 Rosenbornhof LIEBRIE Brigitte Krämer Koblenz

 

Berni Zambail Natural Horsemanship und 6-Sterne Parelli-Trainer

"Pferde lieben es, wie Pferde behandelt zu werden"

 

Dazu gehört eine Grundportion Verständnis, wie Pferde sich gegenseitig behandeln. Pferde sind Fluchttiere und verhalten sich auch so. Der Mensch ist ein Raubtier, erst wenn er lernt sich nicht mehr wie ein Raubtier zu verhalten kann das Pferd dem Menschen vertrauen und eine Partnerschaft wird möglich.

 

Die Grundbedürfnisse eines Pferdes sind:

1) Sicherheit
2) Komfort - individuell (Fressen, Rangordnung, Aufgaben, zufrieden sein können)
3) Spielen

 

So ist es unsere erste Aufgabe diese 3 Grundbedürfnisse zu beachten.

Mensch und Pferd bilden eine Art Mini-Herd im Zusammensein und der Mensch benötigt eine gewisse Folgsamkeit vom Pferd, so wie auch eine Leitstute eine Folgsamkeit ihrer Herdenmitglieder benötigt, um sie gut leiten zu können.

Auch das Pferd darf in dieser Mini-Herde die Verantwortung übernehmen, denn es soll eine Partnerschaft sein, wenn das Pferd mit uns sein möchte, dann wird es zu einer Partnerschaft auf Augenhöhe.

 

Folgende Verhaltensweisen sollten hier gelten:

 

Für den Menschen:
1) Lerne dich zu verhalten wie ein Partner, nicht wie ein Raubtier
2) Lerne das Pferd zu verstehen
3) Lerne unabhängig zu sitzen

 

Für das Pferd:
1) Verhalte dich wie ein Pferd
2) Entscheide nicht alleine im Zusammensein mit dem Menschen
3) Wechsele nicht eingenmächtig Richtung und Geschwindigkeit

 

Denn das Pferd weiß wie man in der Natur alleine zurecht kommt, nicht aber in der vom Menschen gemachten Umwelt, so ist es unser Job dem Pferd zu zeigen, wie es in unserer Umwelt zurecht kommt.

 

Im Natural Horsemanship gilt es dem Pferd eine Grundausbildung zu geben, bevor man es spezialisiert, diese Grundausbildung ist Disziplin unabhängig.

Diese Grundausbildung beachtet die Horsenality (Persönlichkeit) des Pferdes und stellt sich im Training auf diese ein.

 

Das Parelli Horsemanship unterscheidet grob in vier Typen:
Left Brain Extrovertiert / Left Brain Introvertiert / Right Brain Extrovertiert / Right Brain Introvertiert

 

Diese Einordnungen helfen sein Training besser auf das Verhalten des Pferdes einzustellen. Dabei wirken immer zwei Kräfte bei unerwünschtem Verhalten des Pferdes (einzeln oder gemeinsam):
1.) Kraft der Angst
2.) Kraft der Dominanz

 

So zeigt ein Pferd in diesen Kräften sich als:
frech, dominant, jagend, auf uns los gehend, unsicher, rennt uns um, explosiv, einfrierend.

 

In der Grundausbildung soll das Pferd in einen mental, emotional stabilen Rahmen gebracht werden, in seinem Zentrum:
aufmerksam, ruhig, entspannt, motiviert, folgsam

 

Die Persönlichkeiten des Pferdes sind geprägt durch:

- angeborene Charakteristiken
- gelerntes Verhalten (überlagert oft das angeborene)
- Temperament
- Umwelt (Haltung, Ernährung, ..)

 

Je nach Horsenality des Pferdes reagiert der Mensch auf die Verhaltensweisen und passt sich dem an, diese geschickt ins Gleichgewicht zu bringen und sich zum Vorteil zu machen im Training.

 

Jede Horsenality hat ihre Vor- und Nachteile.

"Zerstöre niemals die Neugier eines Pferdes" Tom Dorrance

Die 7 Spiele im Natural Horsemanship in der Grundausbildung eines Pferdes:

1. Bodenarbeit + Strick
2. Bodenarbeit+ Freiheit
3. Bodenarbeit + Freestyle
(Reiten mit Verantwortung auch des Pferdes
4. Bodenarbeit + Finesse (Verfeinerung der Disziplinen im Reiten - Spezialisierung)

Die Verantwortlichkeiten des Pferdes basieren auf 4 Säulen:

- Nicht die Richtung ändern (aus Richtung wird später Biegung)
- Nicht die Gangart ändern
- Nicht den Rhythmus ändern (hier kann das Gleichmaß noch variieren)
- Nicht den Takt ändern (Takt = Gleichmaß in Raum und Zeit)

 

Die 7 Spiele:

1. Friendly Game - Freundlichkeits Spiel: Mensch und Pferd möchten zusammen sein
2. Porcupine Game - Stachelschwein Spiel: Weichen auf konstanten physischen Druck
3. Driving Game - Bewegungs Spiel: schicken

 

1 bis 3 sind die Grundspiele

 

4. JoJo - JoJo Spiel: Übergänge / Gewichtsverlagerung
5. Circle Game: Zirkel Spiel: Biegung und Stellung auf Kreislinien
6. Sidewards Game: Seitwärts Spiel: Seitengänge
7. Squeeze Game: Engpass Spiel: Vorbereitung auf das Verladen und Verladen
sowie Geschicklichkeitsübungen

 

Diese 7 Spiele bilden die Grundausbildung des Pferdes und deren Spezialisierung und dienen auch als Diagnose für das Training. So kann immer wieder überprüft werden, ob alle Spiele vom Pferd verstanden und abrufbar sind.

 

Ziel des Trainings ist es, ein verlässliches Arbeitspferd (Freizeitpferd) zu schulen, das gerne bei und mit uns ist. Es waren zwei extrem lehrreiche Tage, das Training des Natural Horsemanship zu studieren und die Möglichkeit sein Training mit diesen Erkenntnissen zu bereichern. Danke an Michael Geitner und Berni Zambail !

 

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© Vivienne Finke