Seminar-Rückblick 2017
EQUiWORK meets Straightness Training

Tagesseminar mit Caroline Moldenhauer


Caroline Moldenhauer Straightness Trainerin Instructor Deutschland kam am Samstag zu mir, um mit mir und meinen drei Pferden zu trainieren und einen Einblick in das Straightness Training zu geben. 11 Zuschauer hatten sich für dieses Event angemeldet, um mit uns in das Straightness Training einzutauchen.

 

Wir begannen vormittags mit der Theorie.
Warum Straighness Training?
Wie wir wissen ist das Pferd kein Lastenträger, es bringt natürliche Assymetrien mit sich, so auch Imbalancen von Geist, Herz und Seele.
Zu den Imbalancen gehören:
1. Laterale Imbalance
2. Horizontale Imbalance
3. Assymetrie der Vorderbeine
4. Assymetrie der Hinterbeine
5. Unterschiedliche Breite von Schulter und Hüfte
6. Diagonale Imbalance
7. Vertikale Imbalance

 

Hier setzt das Straightness Training an. Das Pferd soll symmetrischer werden und eine gleichmäßige Lastenverteilung umsetzen können. Das Pferd soll lernen wie man "Lernt", um es später auch aus eigenem Antrieb heraus zu tun mit Freude und Motivation bei der Arbeit.

 

Es baut auf einem logischen System auf:
1.  Gleichmäßige Biegung des Körpers
2. Dehnen der Oberlinie
3. Flexibilität und Koordiantion
4. Beugung und Kräftigung der Hinterbeine
5. Psychisches Gleichgewicht

 

Um dies zu erreichen gibt es im Straightness Training sechs Schlüssellektionen, die nacheinander erarbeitet werden:

1. Stellung und Biegung
2. Vorwärts-Abwärts
3. Untertreten  

Punkt 1 bis 3 nennt sich auch das LFS - Lateral Bending - Forward Down - Stepping under


4. Beugen und kräftigen des inneren Hinterbeins  (Schulterherein)
5. Beugen und kräftigen äußeres Hinterbein (Kruppeherein)
Punkt 4. und 5. sind Eckpfeiler des Straightness Training


6. Beugen und kräftigen beider Hinterbeine (Pirouette, Piaffe, Passage, Levade)

 

In den Schlüssellektionen werden die einzelnen Qualitäten nach und nach verfeinert:
a) Balance
b) Geschmeidigkeit, Losgelassenheit, Durchlässigkeit, Verbindung zum Pferd
c) Form
d) Takt, Tempo
e) Rhythmus
f) Verbindung und Versammlung
g) Schwung (Schwingen der Wirbelsäule)
h) Selbsthaltung von Körper und Geist

 

Für das Training gelten grundsätzlich 4 Vorraussetzungen:
1. ansprechbarer Gemütszustand vom Pferd
2. eine gute Beziehung zum Pferd (Beziehungskonto aufbauen)
3. Kommunikation Verstehen und Dialog
4. Motivation

 

Lernen:

In der Lernphase werden einzelne Übungen isoliert voneinander geübt.
In der Optimierungsphase werden die Übungen miteinander kombiniert
In der Improvisationsphase wird zielorientiert gearbeitet, das heißt das Pferd wird passend zur jeweiligen Imbalance punktgenau trainiert, um es immer wieder gerade werden zu lassen.

 

Dabei gilt es zu beachten, dass das Pferd sich in seiner Entwicklung in verschiedenen Gemütszustandszonen befindet.
Es wird unterteilt in die:

1. Comfort Zone (hier fühlt das Pferd sich wohl)
2. Stretch Zone (hier ist das Pferd leicht angespannt, da es etwas neues lernen soll)
3. Stress Zone (hier ist das Pferd in Stress)

 

Das Training muss sich immer innerhalb der Comfort Zone und der Stretch Zone befinden ohne dabei in die Stress Zone zu gelangen.


Ein weit ausgebildetes Pferd hat eine große Comfort Zone, da die Übungen schon automatisiert ablaufen, ein junges unerfahrenes Pferd hat eine geringe Comfort Zone und einen große Stretch Zone, da es noch viel neues lernen muss. Jegliches Lernen findet also in der Stretch Zone statt.

 

Zur Einwirkung des Reiters sollten 80 % auf die mentalen, energetischen, körpersprachlichen und sitztechnischen Einwirkungen fallen.
20% auf Gerte als touchierendes Hilfsmittel, Bein und Zügel.

 

So gelangt das Pferd nach und nach in eine physische, mentale, emotionale und spirituelle Balance.

 

Nach der Theorie ging es in die praktische Arbeit. Jedes Pferd hatte mit mir zwei Einheiten. Mit Indiano begannen wir mit der lösenden Übung im Stehen den Kopf fallen zu lassen nach vorwärts-abwärts und seinen Schwerpunkt leicht nach hinten zu versetzen.  Dann begannen wir mit der ersten Schlüssellektion, Biegen und Stellen mit dem Wunsch ins Vorwärts-Abwärts. Mit Kosheen, kamen dann auch noch die Eckpfeiler Schulterherein und Kruppeherein dazu. Mit dem Pony übten wir die ersten Schritte ins Kruppe herein. Später gab es mit Kosheen noch eine Reiteinheit, um das Erlernte am Boden in den Sattel zu übertragen.

 

Trotz schlechter Wetterverhältnisse war es ein toller Tag mit ganz viel Lerneffekt. Für mich war es besonders wertvoll zu sehen, dass ich mit meinen Pferden jeweils einen Schritt weiter gehen kann in der Verfeinerung der Basis und geduldig hier im Training zu bleiben.

 

Caroline Moldenhauer war sehr professionell und es war ein tolles Training mit Ihr mit vielen neuen Anregungen. Sie hat die Zuschauer sehr gut mitgenommen und sich nicht vom Regen abschrecken lassen. Vielen Dank dafür!

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© Vivienne Finke