Die akademische Reitkunst

Neben der Dualaktivierung und Equikinetic bilde ich meine Pferde auch in der akademischen Reitkunst aus. Hier lasse ich mich durch zertifizierte Bent Branderup Trainer in der akademischen Reitkunst ausbilden.

Tagesseminar mit Carina Dörfler Juni 2019

 

Im Juni kam Carina Dörfler der akademischen Reitkunst Gestüt Moorhof zu mir für einen Trainingstag. Insgesamt waren wir fünf aktive Pferd/Reiter Paare. Dazu gesellten sich noch sechs Zuschauer, so dass wir in schöner privater Athmosphäre einen tollen Trainingstag erleben durften.

 

Ich arbeitete mit meinen beiden Pferden Indiano und Kosheen. Wir erarbeiteten noch einmal Bausteine für eine klarere Kommunikation und Hilfengebung.

 

Mit Indiano trainierten wir das feine lösen an der Hand, seitliche Stellung und dann konnten wir sogar mein bereits erarbeitetes Kruppe herein abrufen und verfeinern. Das Longieren auf Distanz mit vorgegebener Kreisführung soll Indi auf Dauer mehr Sicherheit im Trab geben. Indiano hat toll mitgearbeitet und sich immer wieder auf mich konzentriert. Das zeigt mir, dass er gute Fortschritte macht und immer mehr Stabilität mental wie körperlich bekommt.

 

Mit Kosheen haben wir daran gearbeitet, dass ich den nächsten Step in das fortgeschrittene Longieren schaffe, dazu muss Kosheen lernen ihre Kruppe auch im Stehen zu mir zu wenden ohne dass ich Frontal neben ihr stehe. Bislang haben wir das nämlich immer nur in der Bewegung getan. So werden wir aber Schritt für Schritt in die Lage versetzt das Kruppe herein später auch auf Diatanz abfragen zu können mit veränderter Körperposition.

 

Auch die anderen Teilnehmer und Zuschauer waren begeistert von den anschaulichen Erklärungen und Bausteinen, die Carina ihnen an die Hand gegeben hat.

 

Wir würden uns sehr freuen dieses Tagesseminar mit Carina nächstes Jahr wiederholen zu können, um weitere gute Fortschritte im Training der akademischen Reitkunst zu machen.

Seminar bei Marius Schneider mit Lehrpferd (2019)
 

Am 11. Mai ging es für mich wieder nach Lüdinghausen zu Marius Schneider in die akademische Reitkunst.

 

Mein Lehrpferd für diesen Kurs war "Odeon" ein liebenswerter, freundlicher P.R.E. Ich muss sagen die Lehrpferde auf dem Gestüt Moorhof sind sehr gut ausgebildet und wirkliche Lehrpferde. Sie sind geduldig und zeigen einem jeden körpersprachlichen Fehler auf, den es dann zu korrigieren gilt.

 

Meine Themen für dieses Seminar waren da anzuknüpfen, wo ich letztes Mal mit meiner Stute angekommen war und darauf weitere Übungen aufzubauen. Wir begannen mit dem Führen, um sich langsam in das fremde Pferd hinein zu fühlen. Da es keinerlei Widerstände gab konnte ich relativ schnell in die Übungen hineingehen.

 

Lösende Übung im Stehen: Kopf ins Vorwärts Abwärts entspannen mit offenem Genick und dann Stellung nach links und nach rechts. Frontalarbeit mit Biegung und Stellung auf dem Zirkel. Zirkel vergrößern und verkleinern, Zirkel vergrößern und daraus Schulterherein, Schulterherein aus dem Zirkel ins Geradeaus, Kruppe herein auf dem Zirkel und geradeaus. Kruppe herein aus der Ecke kehrt. Longieren auf Distanz in Biegung und Stellung und Halten auf Distanz.

 

Marius hat sehr gut die körpersprachlichen Hilfen erklärt sowie den Einsatz der Gertenhilfe als sekundäre Hilfe. Am zweiten Tag wurden die Übungen vom Vortag wiederholt und ich konnte die Korrekturen vom Vortag sehr gut umsetzen. Odeon hat die Übungen sehr gut gemacht und ich hatte ein tolles Gefühl.

 

Für mich gehört Marius Schneider zu einer der besten Trainer, die ich bereits kennen lernen durfte. Immer konzentriert bei der Arbeit, er sieht wo die Fehlerquellen liegen und kann dann sehr verständlich und ruhig erklären. Die Pferde sind entspannt und motiviert bei der Arbeit. Das Pferd wird so auf die Übungen vorbereitet, dass es die Übung verstehen und lernen kann.

 

Auch beim Zuschauen der anderen Pferd Reiter Paare habe ich wieder viel Neues dazu gelernt. Korrekturpferde da abzuholen wo sie stehen (das hilft mir sehr für meinen eigenen Spanier), kleine kurze Schritte in der Ausbildungsphase, eine gute Basis erarbeiten und fortgeschrittene Übungen.

 

Ich freue mich schon sehr im Juni mit Carina Dörfler meine gelernten Übungen zu vertiefen und mit meinen Pferden da anzusetzen, was ich mit dem Lehrpferd gelernt habe und weitere Fortschritte zu machen. Berichte und Fotos werden folgen ...

 

Natürlich freue ich mich auch auf das Seminar Fair zum Pferd, denn hier kann man dann auf beeindruckende Art sehen wohin man mit dem Training auf harmonische Art mit viel Geduld und Fleiß kommen kann.

Seminar mit Marius Schneider und dem eigenen Pferd in Lüdinghausen (2018)

 

Führen in Frontalposition auf Abstand und das Erlernen immer einen gleichmäßigen Abstandzu halten, so begann unsere Arbeitseinheit als Basis für die Arbeit in der Frontalposition. Nahe am Pferd soll dann ein Drücken oder Drängeln kein Thema mehr sein, da das Pferd gelernt hat einen feinen Abstand einzuhalten. So kann man dann mit einer Armlänge Abstand ganz weich am Kappzaum einwirken ohne Gegendruck zu erhalten. Das war unser erster wichtiger Baustein, so wie auch das Rückwärts weichen des Pferdes, wenn es zu nahe kommt, oder das Warten wenn ich auf Abstand gehe.

 

Kosheen war sehr fein und aufmerksam und ich war erstaunt wieviel selbst Geschwindigkeit in der Ausführung oder Reaktion meines Pferdes ausmacht.

 

Zur Frontalarbeit gehört zum Einen zu Beginn das Lösen und dann das Laufen in Biegung und Stellung. In der Frontalarbeit erarbeiteten wir uns dann das Zirkel verkleinern und vergrößern und daraus das Schulterherein. Später folgt dann auch das Travers oder Kruppe herein.

 

Kurze Einheiten und immer wieder viel Lob und Pausen. So blieb mein Pferd motiviert und sie wollte wirklich alles richtig machen.

 

Am Sonntag haben wir das Gelernte wiederholt und daraufhin Distanzarbeit (das Longieren am Kappzaum auf geringe Distanz) gemacht. Hier zeigte Kosheen eine schöne Haltung sowie einen guten Takt und wir konnten gemeinsam mit Marius' Anweisungen die Übergänge noch verbessern. Zwei sehr erfolgreiche Tage.

Seminar mit Kathrin Branderup-Tannous (2017)

 

Im Sommer besuchte ich ein Tagesseminar organisiert von Julia Sandmann in Hopsten. Kathrin Branderup-Tannous untterrichtete mich in zwei Trainingseinheiten mit meiner Stute Kosheen. Wir erarbeiteten die Themen Arbeit in der Frontalposition mit Zirkel verkleinern, Zirkel vergrößern, Schulterherein auf dem Zirkel sowie Travers auf dem Zirkel. Körperpositionierung und Körperhaltung waren hier Schwerpunktthemen. Leichte Veränderungen der Körperposition haben große Auswirkungen auf das Pferd. Diese können für das Lernen genutzt werden, damit das Pferd leichter versteht was wir von ihm wollen und es so die Übung Schritt für Schritt richtig machen kann.

Seminar mit Marius Schneider in Leer (2017)

 

Um in das Thema der akademischen Reitkunst weiter einzusteigen besuchte ich ein Tagesseminar mit Marius Schneider in Leer. Marius Schneider unterrichtet in der akademischen Reitkunst mit einer sehr einfühlsamen Art für Pferd und Reiter. Das logisch aufeiander aufbauende Ausbildungssystem, das im Vordergrund das entspannt lernende Pferd sieht, begeistert mich. Dabei wird es den Pferden in den Übungen "leicht" gemacht richtig zu reagieren, weil sie auf die Bedürfnisse des Pferdes abgestimmt sind.

 

Das Ziel ist ein sehr fein reagierendes Pferd zu gymnastizieren, das mit wenigen Hilfen auskommt und leicht reagiert.

 

Sehr schön war, dass auf dem Seminar Pferde jeden Alters und Ausbildungsstandes vorgestellt wurden, so machte man quasi eine kleine Zeitreise in der Ausbildung des Pferdes mit.

 

Es begann mit einem 3 jährigen Pferd, mit dem zunächst das Führen am Halfter und feine Richtungsweisungen sowie Tempounterschiede und Halten abgefragt wurden. Die Formgebung des Pferdes war hier noch gar nicht entscheidend. Das Pferd wurde so sanft an die ersten Hilfengebungen des Körpers und der Gerte gewöhnt. Dies ist die Vorarbeit für die spätere gymnastiziernde Arbeit am Boden. Dabei lernt das Pferd die ersten Führpositionen der akademischen Reitkunst am Boden kennen und macht sich damit vertraut:

 

1) Handarbeitsposition (Schulterposition = Partnerposition)
Hier wird das Pferd auf Schulterhöhe in der Zweihandtechnik (äußere Hand geht zum Kappzaum, innere Hand hält den Rest der Longe und Gerte) geführt

 

2) Longenposition, diese ist wie die Handarbeitsposition nur auf etwas mehr Abstand

 

3) Frontalposition
Hier wird das Pferd frontal begleitet, so dass der Longeur rückwärts vor dem Pferd läuft und die Spur, die das Pferd laufen soll mit seinem Laufweg vorgibt

 

So lernt das junge Pferd die ersten unterschiedlichen Positionen kennen, zwischen denen man dann fließend in der Arbeit wechseln kann. In der weiteren Trainingseinheit wurde das junge Pferd dann an den Kappzaum gewöhnt und die gleichen Übungen, der Führpositionen, die das Pferd vom Halfter schon kannte wurden nun mit dem Kappzaum abgefragt.

Eine der ersten Formgebungen des jungen Pferdes ist dann das Lösen: Das Pferd soll durch einen kleinen Impuls am Kappzaum nachgeben und den Kopf mit geöffnetem Genick auf Buggelenkhöhe fallen lassen.

Führen in Frontalposition mit erster Formgebung

Danach folgte ein Pferd, das bereits weiter in der Bodenarbeit der akademischen Reitkunst ausgebildet war, das am Kappzaum vorgestellt wurde, dieses Pferd kam bereits in die Formgebung (Biegung und Stellung) mit Ansprechung der einzelnen Körperpatien Vorhand, Mittelhand, Hinterhand. Das Pferd wurde nun präzise geschult diese Körperpartien zu gymnastizieren. Auf der Zirkellinie wurde ein Schulterherein in Frontalposition abgefragt mit Wechsel zum Kruppeherein. Auf diagonaler Linie kam dann der Wechsel vom Schulterherein in die Traversale hinzu mit halber Piourette (halbe Volte mit Kruppeherein) und einer erneuten Traversale, danach auch Übergang zum Renvers. So werden verschiedene Körperbereiche des Pferdes angesprochen und gymnastiziert mit dem Ziel das Pferd Geradezurichten. Auch hier wird immer auf beiden Seiten mit dem Pferd gearbeitet, um es gleichmäßig auszubilden.

Dieses Pferd lernte nun auch eine weitere Führposition kennen und zwar die der Langzügelposition (auf Höhe der Hüfte / Kruppe des Pferdes).

Als nächster Teilnehmer kam dann ein etwas älteres Pferd (5 Jahre), das am kurzen Zügel in der Handarbeit gearbeitet wurde. Dies ist ein weiterer Schritt der akademischen Reitkunst das Pferd an das Reiten zu gewöhnen und die Hilfengebung der Zügel zu verfeinern. Das Wort der Handarbeit wurde abgeleitet vom Satz "Zur Hand gehen", das heißt das Pferd soll lernen an die Hand beziehungsweise an das Gebiss heranzugehen (die Anlehnung daran zu suchen).

Zunächst einmal darf sich das Pferd auch hier ohne Formgebung an die neue Situation gewöhnen. Die Zügeleinwirkung hat Marius Schneider erklärend in zwei Zügelhilfen differenziert:

 

1) Der anlegende Zügel, er weist dem Pferd die Richtung, es soll vom angelegten Zügel weichen, die äußere Schulter wird also über den äußeren Zügel nach Innen gebracht, die Innere Schulter über den inneren Zügel nach Außen

 

2) Der einwirkende Zügel, hier wirkt die Hand ins Maul des Pferdes ein und bestimmt auch seinen Rahmen

 

Die Zügelhilfe des anlegenden Zügels kann das Pferd am Boden in der Handarbeit sehr gut lernen, den inneren Zügel simuliert man dann durch Anlegen der/s Finger/s an den Hals. Später im fortgeschrittenen Stadium der Ausbildung kommt dann erst der einwirkende Zügel hinzu.

Die nächsten Teilnehmer waren fortgeschrittener in der Ausbildung und begannen versammelnden Übungen an der Hand zu verfeinern wie

den Schulhalt (das Pferd lehren das Gewicht auf die Hinterhand zu bringen),

die Piaffe und versammelter Trab und Galopp an der Hand.

Bei den Pferden, die unter dem Sattel vorgestellt wurden, wurde zunächst die Hilfengebung reduziert und die Pferde so zu mehr Losgelassenheit und Anlehnung an den Zügel gebracht. Es war schön zu sehen wie sich die Pferde mit dem Reduzieren des einwirkenden Zügels deutlich im Bewegungsablauf verbesserten und auf die Hilfen (Weglassen von der Schenkeleinwirkung beim Abwenden) mit mehr Losgelassenheit und weiteren Tritten reagierten.

 

Ich habe viel aus diesem Seminar mitnehmen können und bin auf meinem Weg Richtung akademischen Reitkunst wieder einen guten Schritt weiter gekommen. Ich bin überzeugt, dass meine Pferde von meinen neuen Trainingsimpulsen profitieren werden und sich so weiter verbessern. Als "Trainer" seines Pferdes lernt man so feinere Impulse zu geben, Hilfen zu differenzieren und präzisier in seiner Arbeit mit der Hilfengebung zu werden. Auch meine Reitschüler profitiern von den Fortbildungen, die immer in meine Arbeit miteinfließen.

Videos

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Vivienne Finke